Peptide vs. SARMs: grundlegende Unterschiede in der Forschung
Peptide und SARMs sind zwei häufig verwechselte Kategorien von Forschungssubstanzen. Ihre chemische Natur, ihre Wirkmechanismen, ihre biologischen Zielstrukturen und ihre Sicherheitsprofile unterscheiden sich jedoch grundlegend. Dieser Leitfaden verdeutlicht die wesentlichen Unterschiede für Forschende.
fundamentale chemische Natur
Der erste Unterschied ist struktureller Natur:
- PeptideHierbei handelt es sich um Aminosäureketten (2 bis 50 Aminosäuren), die durch Peptidbindungen verknüpft sind. Es sind Biomoleküle, die häufig von natürlichen menschlichen Sequenzen abgeleitet sind. Sie wirken, indem sie körpereigene Signale nachahmen oder modulieren.
- SARMsSelektive Androgenrezeptormodulatoren (SRM): kleine synthetische, nicht-peptidische organische Moleküle. Strukturell verwandt mit Steroiden, aber für die Gewebeselektivität am Androgenrezeptor (AR) entwickelt.
Vergleichende Wirkungsmechanismen
Peptide: Vielfalt der Zielstrukturen
Die Forschungspeptide wirken auf eineVielzahl von Rezeptoren und Signalwegenbiologisch:
| Peptidklasse | Ziel | Beispiele |
|---|---|---|
| GH-Sekretagoga | GHS-R1a (Ghrelin-R) | Ipamorelin, GHRP-6 |
| GHRH-Analoga | GHRH-R | CJC-1295, Tesamorelin |
| GLP-1-Agonisten | GLP-1R | Semaglutid, Retatrutid |
| Gewebereparatur | NO/VEGF/EGF-R | BPC-157, TB-500 |
| Melanocortine | MC3R/MC4R | PT-141 |
| Nootropika | GABA/BDNF/TrkB | Selank, Semax |
SARMs: ein einzelnes Ziel
Alle SARMs zielen auf dieAndrogenrezeptor (AR), ein nukleärer Rezeptor aus der Steroidrezeptor-Superfamilie:
- Bindung an die Ligandenbindungsdomäne (LBD) des AR-Rezeptors
- Induktion einer spezifischen Konformationsänderung (anders als bei Testosteron)
- Selektive Rekrutierung von Koaktivatoren je nach Gewebetyp (Muskel vs. Prostata)
- Transkriptionelle Aktivierung androgenabhängiger Zielgene
Systematischer Vergleich
| Kriterien | Peptide | SARMs |
|---|---|---|
| Chemische Natur | Aminosäureketten | Kleine organische Moleküle |
| Molekularmasse | 400 – 5000 Da | 300 – 500 Da |
| Verwaltungsweg | SC, intranasal, topisch | (meistens) oral |
| Biologisches Ziel | Mehrere (abhängig vom Peptid) | Androgenrezeptor (AR) |
| Mechanismus | Agonist/Modulator von Membran- oder Kernrezeptoren | Selektiver AR-Modulator |
| Auswirkung auf die HPTA-Achse | Keine (außer GnRH-Peptide) | Unterdrückend (dosisabhängig) |
| Hepatotoxizität | Keine dokumentiert | Für einige dokumentiert (RAD-140, S-23) |
| Orale Bioverfügbarkeit | Niedrig (mit Ausnahme von: Semaglutid, BPC-157) | Erhöhte Dosierung (zur oralen Einnahme bestimmt) |
| Abbau | Enzymatisch (Proteasen) | Leber (CYP450) |
| Regulierungsstatus | Einige zugelassen (Semaglutid, Tesamorelin) | Keine klinischen Zulassungen |
Sicherheitsprofile
Peptide: im Allgemeinen günstiges Profil
- Abbau zu natürlichen Aminosäuren (nicht-toxische Metaboliten)
- Keine lebertoxischen Metaboliten
- Keine Unterdrückung der Hypothalamus-Hypophysen-Achse (außer in bestimmten Fällen)
- Nebenwirkungen sind im Allgemeinen reversibel und dosisabhängig.
- Keine langfristige Gewebeansammlung
SARMs: dokumentierte Risiken
- Entfernung der HPTA-Achse: Abnahme des endogenen Testosterons, LH und FSH (dosis- und zeitabhängig)
- Hepatotoxizität: dokumentierte Erhöhung der Transaminasen, gemeldete Fälle von Cholestase
- Lipidprofil: signifikanter Rückgang des HDL-Cholesterins in klinischen Studien
- Unbekannte MetabolitenPhase-I- und Phase-II-Metaboliten werden nicht immer charakterisiert.
- KontaminationsrisikoDer Markt für SARMs weist laut unabhängigen Analysen eine Fälschungs-/Verunreinigungsrate von über 50 % auf.
Forschungskontexte
| Forschungsziel | Peptide | SARMs |
|---|---|---|
| Körperzusammensetzung | GLP-1-Agonisten, GH-Sekretagoga | Ostarine, LGD-4033 |
| Gewebereparatur | BPC-157, TB-500, GHK-Cu | Nicht zutreffend |
| Kognition / Neuroprotektion | Selank, Semax, NAD+ | Nicht zutreffend |
| Zelluläre Langlebigkeit | Epithalon, WORDS-c | Nicht zutreffend |
| Muskelanabolismus | Indirekt (GH/IGF-1) | Direkt (hintere Fahrspur) |
| Knochendichte | GH-Sekretagoga | Ostarine (Phase-II-Daten) |
Peptide und SARMs sind nicht austauschbar und wirken auf unterschiedliche biologische Signalwege. Die Wahl hängt ausschließlich von der Forschungsfrage ab. MyPeptide konzentriert sich ausschließlich auf HPLC-zertifizierte Forschungspeptide.
Zusammenfassung der wichtigsten Unterschiede
- StrukturBiomoleküle (Peptide) vs. synthetische kleine Moleküle (SARMs)
- ZieleMehrere Rezeptoren (Peptide) vs. einzelner AR-Rezeptor (SARMs)
- Verwaltung: injizierbare/intranasale (Peptide) vs. orale (SARMs)
- SicherheitNatürliche Metaboliten (Peptide) vs. mögliche Hepatotoxizität (SARMs)
- Hormonachseerhalten (Peptide) vs. unterdrückt (SARMs)
- GenehmigungenMehrere zugelassene Peptide vs. keine zugelassenen SARMs
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Wissenschaftliche Quellen
- SARM-Missbrauch bei Sportlern — systematische Übersicht — Vasireddi N et al. (2025)
- SARMs zur Behandlung altersbedingter Funktionseinschränkungen — Bhasin S et al. (2023)
- MRSA-induzierte Hepatotoxizität – Fallserie zu Enobosarm – Weinblatt D et al. (2022)
- MRSA-Hepatotoxizität — klinischer Fallbericht — Govil D et al. (2025)

